Ich glaube ja, dass eine Beziehung vor allem dann von Bestand ist, wenn man beim ersten Date seine Nervosität komplett ablegen kann. Man sagt ja, dass wenn man auf derselben Wellenlänge liegt, alles viel einfacher von statten geht. Ob zusammen reden, zusammen schweigen oder zusammen lachen, alles ist irgendwie im Fluss. Es fühlt sich leicht an, gänzlich unbeschwert, man muss nicht nachdenken was man sagt, nichts ist kompliziert, man vergisst die Menschen um einen herum total.

Es ist als wäre man unter einer Glocke und nur noch der gegenüber existiert. Es breitet sich von Anfang an ein Gefühl des Ankommens aus. Der Geruch des Anderen bleibt einem in der Nase haften. Der Geschmack beim Küssen hält sich beständig auf den eigenen Lippen. Es ist ein Gefühl, als müsste man nicht mehr nach etwas streben. In unserer bedürfnisangereicherten Zeit sind Schnelligkeit und Geschwindigkeit allgegenwärtig – und vielleicht ja auch irgendwie notwendig, um an unsere vielen persönlichen Ziele zu gelangen. Aber trotzdem brauche ich dieses Gefühl der Entschleunigung. Das Gefühl, dass keine Eile mehr existiert. Das sich durch die Person, die ich kennenlerne eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit einstellt.

Andere mögen das anders sehen, ich für meinen Teil hab in den vergangenen Jahren gelernt, dass egal wie schön das Date war, wenn sich nicht genau die oben beschriebenen Gefühle ausbreiten, dass weitere Kennenlernen leider nicht zu einem angekommen sein führen, sondern nur zu einem vorübergehenden Hoch der eigenen Eitelkeiten. Optik kann eine wahnsinnige Anziehungskraft auf uns ausüben, vielleicht täuscht sie auch oftmals über Unzulänglichkeiten hinweg. Aber nur zu genügen, ist viel zu wenig. Niemals wird es von Bestand sein, wenn man nicht auf derselben Wellenlänge schwingt. Und wenn ihr so jemanden findet, dann ignoriert alle anderen, lasst euch vollumfänglich drauf ein. Ich glaube nämlich nicht, dass ihr im Leben so viel Chancen haben werdet, so jemanden kennenzulernen.

Ich für meinen Teil bin bereit ein hohes Risiko einzugehen und setze lieber alles auf eine Zahl und riskiere alles zu verlieren ABER mit der Chance den Jackpot zu gewinnen, als auf alles und jeden zu setzen und am Ende mit etwas nach Hause zu gehen, dass mich vielleicht kurzfristig erfreut, aber nach einer Woche bereits vergessen ist.


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1 Kommentar

  • Kevin
    Posted Juni 7, 2019 at 11:21 pm 0Likes

    Ware Worte . Leider sind wir Menschen….. zu oft lassen wir uns aif Oberflächlichkeiten ein und denken glücklich zu sein …..

    Das wir aber mit jemand anderes glücklich waren merken wir erst wenn dieser nicht mehr da ist …..

    Wenn die kalten Füße unter der Decke fehlen .

    Wenn beim einschlafen die Haare des anderen im Gesicht fehlen …

    Oder oder oder .

    Aber diese Dinge weiß man erst dann zu schätzen wenn sie weg sind.

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