Ich bin in einem Alter, in dem ich weiss was ich mag und was nicht. Was ich mag, geniesse ich ungemein, was nicht, halte ich komplett fern von meinem Leben. Es hat mich viel an Erfahrung gekostet heraus zu finden was ich will. Noch mehr hat es mich gekostet einzusehen, dass nicht alles was ich will mir auch so gut tut. Schlechte Erfahrungen macht jeder, egal in welchem Bereich, wichtig ist nur, dass man daraus seine Lehren zieht und nicht in alte Muster zurück fällt. Sie nicht vergisst. Zweite Chancen zu geben sind ne tolle charakterliche Errungenschaft, aber niemals ne Dritte. So weh es tut. So schade es ist. Kompliziert jedoch und meist auch aussergewöhnlich zu erkennen, wann denn die alten Muster wieder anfangen. So bekommen Menschen voraussichtlich, aus eben diesen schlechten Erfahrungen, nicht die Chance in unser Leben zu treten, obwohl sie es unter Umständen bereichert hätten. Vielleicht aber besser so, wir sind keine Roboter, wir sind Menschen und ich glaube, der Mensch erträgt nur ein bestimmtes Mass an Enttäuschungen bevor er emotional abstumpft. Die einen schneller, die anderen langsamer. Doch egal wie schnell oder langsam, am Ende bezahlt man einen hohen Preis für seine schlechten Erfahrungen und es bedarf aussergewöhnlichen Momenten um zu heilen. Im Nachhinein weiss ich, dass einige meiner Beziehungen mich nicht weiter gebracht haben, sondern viel mehr zurück warfen. Doch durch alle habe ich etwas über mich selbst gelernt. 

So gern ich aus allem etwas positives ziehen würde, so übel bleibt der Beigeschmack allerdings bestehen, wenn vergangene Erlebnisse mal wieder „Trigger“ in mir auslösen, die mich nicht mehr mich selbst sein lassen. Mein Dr. Jekyll wird zum Mr. Hyde. An Glücklich sein lässt sich dann nicht mehr denken. Und schon bin ich geflohen. Auf zur nächsten rastlosen Suche, die mich antreibt um immer wieder diese glücklichen Erlebnisse in Zweisamkeit wahr werden zu lassen. Momenten, die einen wahrhaft glücklich machen. Und obgleich kein Mensch dort draussen existiert, der Dich auf Dauer glücklicher machen könnte, als du es selber, verbinden so viele Menschen ihre glücklichsten Erlebnisse mit Zweisamkeit. Also darf ich mein Glück nun von anderen abhängig machen oder nicht? Der gesunde Menschenverstand sagt uns eigentlich, dass wir es nur von uns abhängig machen dürfen oder sollten. Jeder kennt den Satz: „Meine bessere Hälfte.“ – wenn es um das vorstellen des eigenen Partners geht. Zeigt dieser doch allzu schön auf, wie eine Partnerschaft oftmals die eigenen Unzulänglichkeiten vervollständigen kann und für ein formvollendetes Ganzes sorgt. Meine Erfahrung zeigt nämlich durchaus, dass dort draussen Menschen existieren, die dir auf deinem Weg zum Glücklichsein helfen können. Vor allem Menschen die dich akzeptieren wie du bist, dich nicht aufgeben, bei Dir bleiben auch wenn es schwierig wird. Die deinen inneren Dämonen mit Mut gegenüber stehen und dich in Momenten wo du nur noch fliehen möchtest zur Räson rufen. Zugegeben, es sind sehr sehr wenige Menschen, es gibt sie aber durchaus. Ich habe in meinen vergangenen Beziehungen viel über mich selbst und meine charakterlichen Schwächen gelernt. Viel über Symptome, leider zu wenig über Ursachen. Doch egal wie man es dreht und wendet, nur ich bin Herr über mein eigenes Leben und verantwortlich über die Entscheidung wen ich meinem Leben hinzufüge und wen ich ausschliesse. Und je detaillierter ich weiss was ich vom Leben und einer Beziehung erwarte, umso genauer kann ich die Vorstellung dessen festlegen, wen ich in mein Leben lassen möchte. Dies in der Hoffnung und dem Glauben, den Menschen hinzuzufügen, der meinen Mr. Hyde im Zaum hält und meinen Dr. Jekyll für seine Eigenarten liebt, um zusammen als Platons Kugelmenschen bis ans Ende unserer Tage nicht bloss in Existenz zu vegetieren, sondern ein lebenswertes, erfüllendes Leben zu führen.


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