Starke Menschen gehen ihren Weg oft alleine, während Schwache hingegen, sich mit der Masse fortbewegen. Stark im Alltag zu sein, fängt oft mit Kleinigkeiten an und spiegelt sich irgendwann, in den grossen Entscheidungen unseres Lebens wieder. Gerade beim Kennenlernen von Menschen, die neuen Zugang zu unserem Leben finden, müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, ob jene den Zutritt zu unserem privaten „Ich“, überhaupt verdient haben. Zu schnell öffnet man sich den Falschen, erfährt Enttäuschungen und jedwedes neue Kennenlernen wird zur Zitterpartie der vergangenen Erfahrungen.

Doch wie soll man sich entscheiden, wie soll man sich verhalten? Nun, wenn ich eine Frau kennenlerne und mich mit ihr verabrede, hinterfrage ich mich. Bringt sie deine positiven Seiten zum Vorschein oder eher deine Negativen? Findet alles auf einer ausbalancierten Ebene statt oder gibt einer viel mehr als der andere? Hat es eine emotionale Beständigkeit oder ist es ein ständiges Auf und Ab der Gefühle? Fühlt es sich leicht an, unbeschwert oder ist alles kompliziert und artet in Stress aus? Ist der gemeinsame Alltag unbekümmert oder sehnt man sich eher nach Zeit für sich selber? Findet man sich in gemeinsamen Interessen wieder oder zieht jeder sein eigenes Ding durch? Ist es ein Vermissen, weil man nicht alleine sein möchte oder ist es ein Vermissen, weil sich alles besser anfühlt, wenn man zusammen ist? Steht die Kompromissfindung im Vordergrund oder der sture Eigensinn? Hinterfragen ist wichtig, sonst könnte man auch einfach den leichten Weg gehen und sich treiben lassen vom schönen Gefühl des Neuartigen, Bedenken ignorieren, Befürchtungen in den Wind schiessen, sich selbst ermutigen, dass es schon irgendwie passen wird. Doch, das wird es nicht.

Wenn euch nicht Oberflächlichkeiten wichtiger sind, wenn es euch nicht wichtiger ist, jemand zum Vorzeigen zu haben und die charakterlichen Eigenschaften bedenkenlos beiseite wischt, wird es nicht passen. Was nicht passt, wird schon passend gemacht, trifft vielleicht auf den Bau einer Gartenlaube zu, nicht aber auf komplexe menschliche Beziehungen.
So leidvoll es auch sein kann, sich von Menschen aus seinem Leben zu trennen, weil sie eben nicht den Anforderungen genügen, die ihr an sie stellt. So glücklich werdet ihr am Ende sein, keine wichtige Lebenszeit mit den falschen Menschen verschwendet zu haben.

Denn auch wenn kein Mensch perfekt ist, wird es einen geben, mit dem sich alles perfekt anfühlt. Und bis dahin gehen starke Menschen ihren Weg lieber alleine, während Schwache hingegen, sich mit der Masse fortbewegen. Es mag Gründe geben, den einfacheren, schwachen Weg zu gehen, nur glaubt mir, niemals werdet ihr auf Dauer so glücklich werden. Alleine zu sein und sich mit sich selber auseinander setzen zu müssen, ist für die Selbstfindung und Heilung der vergangenen Erfahrungen, der einzig gangbare Weg. Und wenn nichts hilft, dann vielleicht die Metapher, dass die Sonne auch jeden Tag aufs Neue strahlt, obwohl sie gänzlich alleine ist.


Kommentare zeigenKommentare schliessen

Kommentar hinterlassen