Leider lässt es sich nicht steuern, an welche Momente des Lebens wir immer wieder zurückdenken. Um so wichtiger ist es darauf zu achten, mit wem wir unsere Erinnerungen erschaffen. Denn manche halten ein Leben lang. Und so durchlaufen wir jene Gedanken an Vergangenes vor unserem geistigen Auge. Repetierend. Wieder und immer wieder. Jahre vergehen und noch immer reichen bestimmte, noch so kleine Augenblicke und alles ist wieder da. Schön, bei tollen Erinnerungen. Anstrengend, bei Schlechten. Zeit heilt nicht alle Wunden. Sie sorgt einzig dafür, dass die Rückblicke in unseren Köpfen tiefer und tiefer in die Katakomben des Bewusstseins geschoben werden. Nie ganz verloren.

So bleibt uns einzig und allein die Möglichkeit, die schlechten Erinnerungen mit möglichst viel Schönem zu überlagern und letztendlich zu lernen, mit den leidvollen Erinnerungen zu leben. Oft gelingt es einem schlichtweg nicht, etwas daran zu ändern. Dennoch bringen einem gerade die leidvollen Erfahrungen im Leben irgendwie weiter. Sie helfen uns einer ähnlichen Situation aus dem Weg zu gehen, warnen uns rechtzeitig vor etwaigen Risiken und verändern oft unsere Sichtweise. Sicherlich wäre es besser die Altlasten nicht tief im Keller zu lagern, sondern zum Sperrmüll des Lebens zu geben. Doch leider ist es wesentlich einfacher Ordnung im Keller zu schaffen, als in seinem Kopf. Und so glaube ich, ist das Beste was wir tun können, darauf zu achten, mit wem wir unsere Erinnerungen erschaffen. 

Denn ab und an, wenn innerliche Leere dafür sorgt, dass das Gefühl etwas zu vermissen allumfassend wird, ohne das man genau weiss was einem fehlt, sucht man Harmonie an Orten, die dafür gänzlich ungeeignet sind. Lässt man sich in diesem Zustand zu schnell auf neue Menschen ein und gewährt ihnen dann vielleicht noch einen Platz zu nahe am emotionalen Selbst, sorgt man todsicher dafür, dass einem regelmässig und schmerzhaft auf die Füsse getreten wird. Was als Folge nichts als weitere schmerzhafte Erinnerungen schafft.

Wir Menschen, die wir so handeln, haben den richtigen Umgang mit Distanz und Nähe in Bezug auf andere Menschen verlernt. In jeder Partnerschaft, in jeder näheren zwischenmenschlichen Beziehung gilt es diesbezüglich eine Balance zu finden. In den allermeisten Fällen führen wir diesen kommunikativen Spagat unterbewusst aus. Keine Schule vermittelt uns den Umgang miteinander und falsches Handeln sorgt sehr schnell dafür, dass wir innerlich gekränkt und verletzt zurückgelassen werden, ohne genau zu wissen weshalb. Vielleicht ist der Verlust zwischen Distanz und Nähe auch der Hauptgrund, weshalb sehr viele
partnerschaftliche (aber auch freundschaftliche, familiäre und geschäftliche) Beziehungen auseinander gehen.

Übrig bleiben quälende Erinnerungen, die sich in unserem Kopf einbrennen und einem ein Leben lang daran erinnern, wie wichtig es ist, die Menschen in unserem Leben sorgsam auszuwählen. Wer sich dafür noch etwas intensiver interessiert, dem lege ich das Riemann-Thomann Modell nahe. Welche Grundausrichtung spielt in eurem Leben eine übergeordnete Rolle?


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